Geschichte / Ansicht Kurhaus Heinrichsbad in Herisau
1824 erwarb Textilfabrikant Heinrich Steiger (1776-1842) aus Flawil die Heilquellen am Herisauer Moosberg und errichtete die erste Kur- und Molkenanstalt, die er nach ihm Heinrichsbad benannte. Ab 1826 standen 60 Zimmer, 30 Remisen für Kutschen und 15 Badekabinen zur Verfügung, 1827 kam ein Schützenhaus mit zehn Ständen (auf dem Bild sind 6 Schützenscheiben zu sehen) hinzu. Der Molkenkurort erlangte internationale Bekanntheit. 1835 verkaufte Steiger die Liegenschaft an eine Zürcher Familie. Die Besucherzahlen gingen langsam zurück. 1873 wurde das Heinrichsbad in einen christlich ausgerichteten Kur- und Erholungsort der Basler Mission umgestaltet und erlebte eine neue Blütezeit. Erster Leiter bis 1893 war Pfarrer Rudolf Wenger (1831-1899) aus dem Kanton Bern, der mit der Basler Mission eng verbunden war. Sein Bruder war in Südindien als Missionar tätig und sammelte Objekte, die später in die Museumssammlung (damals Ostschweizerische Geographisch-Commercielle Gesellschaft) gelangten. 1875 enstand im Heinrichsbad noch eine Kapelle für 400 Personen. 1910 versiegte die Quelle, und der Niedergang wurde durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs beschleunigt. 1950 kaufte die Gemeinde Herisau das Areal, um dort ein Altersheim einzurichten.
Datierung: um 1850
Lithograf(in): Johann Weiss
Material: Lithografie auf Papier (Kreidelithografie)
Masse: H 24,5 x B 38,3 cm
Inventarnummer: G 2012.219
Provenienz:
- Kulturmuseum St. Gallen
- Altbestand