Ethnologie / Spiegel Tongjing 銅鏡
Im Jahr 1906 gelangte das Objekt in das damalige Völkerkundemuseum der Ostschweizerischen Geographisch-Commerciellen Gesellschaft im Stadthaus in St.Gallen, wobei der Missionar Otto Schultze als Vermittler fungierte.
Bei dem Objekt handelt es sich um einen Metallspiegel, der durch Guss- und Schleifverfahren hergestellt wurde.
Der Dekor weist eine signifikante Ähnlichkeit mit dem Spiegel „Haishou Putao Jing“ (chinesisch: 海獸葡萄鏡, „Spiegel mit Meerestieren und Weintrauben“) aus der Tang-Zeit (618–907) auf.
Bronzespiegel waren in China von der Jungsteinzeit bis zur Einführung von Glasspiegeln in der Ming- und Qing-Dynastie essenzielle Alltags- und Kultobjekte.
Die runden Spiegel symbolisierten Vollkommenheit, dienten als wertvolle Brautgabe und wurden aufgrund ihrer spirituellen Bedeutung – etwa als Lichtbringer oder Schutzsymbol – oft Grabbeigaben beigelegt.
Bereits zur Han-Zeit verbreiteten sie sich als kulturelle Botschafter und Statussymbole bis nach Japan und Westasien.
Herkunft: Asien, China
Datierung: T'ang-Dynastie, 7. Jh.
Material: Metallguss
Masse: H 1 DM 9,8 cm
Inventarnummer: VK B
0090
Provenienz:
- 12.04.1906: Otto Schultze (25.03.1857-23.03.1930), Ankauf
- Kulturmuseum St. Gallen