Ethnologie / Klangschale
m Jahr 1906 gelangte das Objekt durch Vermittlung des Missionars Otto Schultze in das damalige Völkerkundemuseum der Ostschweizerischen Geographisch-Commerciellen Gesellschaft im Stadthaus in St.
Gallen.
Bei dem vorliegenden Objekt handelt es sich um eine Klangschale, auch «Qing» genannt.
Die Klangschale (Qing) ist ein wichtiges buddhistisches Ritualinstrument, das in der Regel aus Bronze oder Messing gegossen wird.
Sie hat die Form einer Schale mit einer leichten Erhebung in der Mitte.
Die Klangschale steht rechts neben dem Altar und wird mit einem Holzschlägel angeschlagen.
Sie dient zur Begleitung des rituellen Gesangs und zur Strukturierung der Zeremonie.
Ein leichter Schlag eröffnet den Gesang, regelmäßige Schläge begleiten die Rezitation und ein kräftiger Schlag markiert das Ende.
Darüber hinaus wird die Klangschale zu Beginn einer Andacht, bei der Rezitation von Sūtras und bei weiteren Zeremonien als Zeichengeber eingesetzt.
Ihr klarer, langer Klang soll das Gewahrsein wecken und zur Erkenntnis des eigenen Herzens führen – daher auch die Bezeichnung „weckende Klangschale“.
Sie erinnert die Praktizierenden an die Achtsamkeit.
Herkunft: Asien, China
Datierung: vor 1906
Material: Gelbmetall
Masse: H 5,5 DM 11,5 cm
Inventarnummer: VK B
0097
Provenienz:
- 12.04.1906: Otto Schultze (25.03.1857-23.03.1930), Ankauf
- Kulturmuseum St. Gallen